Carl Spitzweg

 
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München 1808
- München 1885


Carl Spitzweg wird am 5. Februar 1808 in München geboren. Trotz seiner frühen zeichnerischen Begabung erlernt der junge Spitzweg vorerst den Beruf des Apothekers und schließt sein Pharmaziestudium an der Münchner Universität 1832 mit Auszeichnung ab. Nach langer Krankheit gibt er seinen Beruf auf und widmet sich der Malerei. Spitzweg kopiert als Autodidakt Gemälde der Niederländer in der Alten Pinakothek und schließt Freundschaft mit den Malerkollegen Christian Morgenstern, Eduard Schleich d.Ä., Dietrich Langko und Friedrich Voltz, die sich im Laufe der Jahre wechselseitig beeinflussen. Im Jahr 1835 wird Carl Spitzweg Mitglied des Münchner Kunstvereins, zwei Jahre später beginnen die ersten Verkäufe. Spitzwegs berühmtes Gemälde "Der arme Poet" entsteht im Jahr 1839. Er macht Studienreisen nach Innsbruck, Salzburg, Bozen, Meran, Venedig und Dalmatien und inspirieren den Künstler nachhaltig. Moritz von Schwind kommt 1947 nach München und trifft Spitzweg in der "Münchner Liedertafel" und schließen Freundschaft. Gemeinsam mit Schleich besucht Spitzweg 1951 die Pariser Weltausstellung, wo er die neue Landschaftsauffassung der Barbizoner Meister kennenlernt, folgend reisen die beiden weiter nach London, wo ihn die Bilder von John Constable und William Turner tief beeindrucken. In die 40er und 50er Jahre fallen zudem mehrere Aufenthalte mit dem Kollegen Schleich in Pommersfelden, um Bilder der Schönbornschen Galerie zu kopieren. Anschließend in den 60er Jahren stellen sich erste Erfolge ein: Spitzweg erhält im Jahr 1965 den bayerischen Michaelsorden, 1868 wird er Ehrenmitglied der Akademie der bildenden Künste in München. Seine grafischen Arbeiten als Mitarbeiter bei den "Fliegenden Blättern" sind heute weniger bekannt, jedoch wird des Künstlers malerisches Werk schon zu Lebzeiten berühmt und seine Popularität hat bis heute nicht nachgelassen. Der Maler hat in seinen Arbeiten die Welt des deutschen Kleinbürgers mit liebevollem Humor gestaltet und in echt biedermeierlicher Weise die "gute alte Zeit" geschildert. Spitzwegs Motive, die Eremiten und die armen Poeten, die strickenden Wachposten und die Kakteenfreunde vermitteln ein idyllisches Weltbild, hinter dem jedoch die Fähigkeit zu scharfsinniger Beobachtung steht. Dabei ist der Maler sowohl in der technischen Ausführung als auch im Aufspüren neuer farbiger Möglichkeiten sehr eigene Wege gegangen.